Wo kommen eigentlich die Pommes her? – Wie wir mit WurmHotels die Natur zurück nach Favoriten holen
Erfahrungsbericht: Die WurmHotels der Wiener Kinderfreunde aktiv in Favoriten

Mein Name ist Michaela Waiglein-Wirth. Als Koordinatorin der Wiener Kinderfreunde aktiv bin ich tief in Favoriten verwurzelt. Mein Alltag ist ein ständiges Jonglieren: Wir betreuen 19 Parkanlagen, führen vier Kinderlokale, koordinieren das Fair Play Team und managen zahlreiche Sonderprojekte – von Schul- und Demokratieprojekten bis hin zu Gesundheitsinitiativen.
Derzeit stehen drei WurmHotels in Favoriten und weitere sind bereits in Planung. Neben der positiven Reaktion der Öffentlichkeit hat mich von Anfang an das absolute Naturerlebnis für die Kids begeistert.
Vom Teller zum Garten und den Würmern
Unsere Arbeit mit den Kindern hat uns mit einer grundlegenden Herausforderung konfrontiert: Viele Kinder kommen hungrig zu uns. Sie stammen oft aus Familien, die es im Leben schwerer haben. Gleichzeitig fehlte ihnen oft der Bezug zur Herkunft von Lebensmitteln – „wo die Pommes herkommen“, wussten sie nicht. Diese Beobachtung war der Startschuss für ein Projekt, das weit über gesundes Kochen hinausging und schließlich zu einer innovativen Partnerschaft mit Wormsystems führte. Es ist ein Projekt, das bei den grundlegendsten Bedürfnissen der Kinder ansetzt und gleichzeitig so viel mehr bewirkt.
Wir fingen also an, mit ihnen gesund zu kochen und zu garteln. Schnell kam die Frage auf: Wie düngen wir? Wie können wir Müll vermeiden? Nach ersten Versuchen mit Würmern im Hochbeet kam durch den Bezirksvorsteher die Idee auf, im neu gestalteten Paltram-Park ein großes WurmHotel aufzustellen. Das war der Beginn einer tollen Zusammenarbeit, die sich schnell auf weitere Standorte wie den Humboldt-Park, den Walter-Kuhn-Park und den Quellenplatz ausweitete. Und zusätzliche WurmHotel-Standorte sind bereits in Planung.


Hand aufs Herz: Hatten wir Bedenken?
Oft werde ich gefragt: „Michi, hattest du keine Sorge, dass das im Park stinkt oder kompliziert im Handling wird?“
Da kann ich ganz klar sagen: Nein. Bedenken wegen einer möglichen Geruchsbelästigung im öffentlichen Raum hatte ich eigentlich nie. Ich war zuversichtlich, dass das System ganz natürlich funktioniert. Mein Kopfzerbrechen drehte sich im Vorfeld um etwas anderes: Den Faktor Mensch. Meine große Frage war: Läuft das an? Wie schnell erreichen wir die Leute und wie schnell können wir sie überzeugen, mitzumachen? Es ist schließlich etwas Neues.
Heute wissen wir: Diese Sorge war unbegründet. Es hat sensationell funktioniert. Die Menschen haben das Angebot viel schneller und positiver angenommen, als wir zu hoffen gewagt hatten. Es läuft reibungslos und ist mittlerweile ein Selbstläufer.

„Dreifach-Naturerlebnis“ für Stadtkinder
Was mich besonders begeistert, ist das absolute Naturerlebnis für die Kids. Sind wir ehrlich: Müllvermeidung ist für ein Kind ein abstraktes Konzept. Aber Würmer? Das ist Abenteuer pur!
Kinder nähern sich den WurmHotels in einer faszinierenden Entwicklung. Zuerst herrscht oft Scheu: Viele trauen sich anfangs nicht, die Würmer zu berühren. Dann kommt die Überwindung: Sobald sie den ersten Wurm in die Hand nehmen, ist die Begeisterung ein Wahnsinn – die Augen leuchten! Für viele Kinder, die kein Haustier zu Hause halten können, sind die Würmer die nächste Möglichkeit Tiere und Natur zu erleben. Sie lieben es, die Würmer zu füttern und ihr Wachstum aktiv zu beobachten. Die extra eingebaute Sichtfront ermöglicht einen „Dreifachnutzen“: Tiere erleben, füttern und den Kreislauf beobachten.


Ich lege anderen Institutionen die WurmHotels „sowas von ans Herz“
Ich kann anderen Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, die WurmHotels „sowas von ans Herz legen“. Die Resonanz ist auch bei Erwachsenen durchweg positiv: Am Quellenplatz, einem sehr prominenten Standort, bleiben ständig Passanten neugierig stehen, fragen nach dem Projekt und möchten einen Blick hineinwerfen.
Die Zusammenarbeit mit Wormsystems ist für uns ein echtes Highlight. Wir schätzen es sehr, einen Partner gefunden zu haben, der unsere pädagogischen Ziele voll und ganz versteht, lösungsorientiert handelt und das Projekt mit einer ansteckenden Begeisterung und Offenheit vorantreibt.
Wenn ich in die Zukunft blicke, wünsche ich mir, dass wir die Finanzierung für mehr WurmHotels leichter aufstellen können. Meine Vision ist, dass solche WurmHotels „an jeder siebten Ecke“ stehen, so wie Kleidercontainer. Damit hätte jeder in Favoriten – und in ganz Wien – die Chance, seinen Biomüll sinnvoll zu verwerten.


In 30 min wisst ihr, wie kreislauffähig euer Team ist.
Gemeinsam prüfen wir, wie sich das Wurmhotel in euren Arbeitsalltag integrieren lässt und behandeln eure Fragen.

Barbara Mayer
Vertrieb & Onboarding
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